Beispielaufgabe Suizidalität

Einfachauswahl

Welche Aussage zu einem depressiven Patienten spricht am ehesten gegen eine akute Suizidgefahr?

A. Tragfähige religiöse Bindungen

B. Medikamentenabhängigkeit

C. Pubertät

D. Getriebenes Verhalten

E. Versteckte Suiziddrohungen

Antwort

Aussage A ist richtig.

A. Jede Religion hat eine andere Einstellung zum Suizid. In monotheistisch geprägten Religionen wird Gott meist als der alleinige Schöpfer angesehen, der auch als einziger das Leben nehmen darf. Religiosität kann in der Suizidprävention eine Hilfe, aber auch eine Erschwernis sein. Der Glaube oder tragfähige religiöse Bindungen können dazu beitragen, die Enge und Ausweglosigkeit der Situation zu durchbrechen und einen neuen Lebenssinn und Hoffnung zu schöpfen.

B. Medikamentenabhängigkeit zählt zu den unauffälligen Suchterkrankungen, bei denen ein hoher Leidensdruck besteht. Eine erhöhte Todesgefahr, die schwer vom Suizid abzugrenzen ist, ergibt sich auch durch eine ungewollte Überdosierung oder einen unbeaufsichtigten Entzug.

C. Die Pubertät zählt zu den Lebenskrisen, die eine Zeit des Umbruchs, körperlicher Veränderungen, Trennungen und Unsicherheit darstellt. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und Persönlichkeitsstörungen können sich in diesem Lebensabschnitt manifestieren. Der Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen.

D. Die wahrnehmbaren Zeichen vor einem Suizid sind oft subtil. Ein ängstlich-angespanntes oder getriebenes Verhalten kann ein Anzeichen sein.

E. Versteckte und auch offene Suiziddrohungen sind ein ernstzunehmendes Alarmzeichen. Sie können den Wunsch nach Beendigung einer unerträglichen Situation, einen  Hilferuf bzw. Wunsch andere in Angst und Sorge zu versetzen, ausdrücken.

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