Beispielaufgabe Demenz, Delir, Organische Psychosyndrome

Einfachauswahl

Welcher Zustand ist durch den Begriff "Delir" bezeichnet?

A. Chronische organische Psychose

B. Chronische organische   Persönlichkeitsveränderung

C. Chronische irreversible Psychose

D. Akute reversible Psychose

E. Akute irreversible Psychose

Antwort

Aussage D ist richtig.

A. Eine chronische organische Psychose ist z.B. die Demenz. Organische Psychosen werden durch Prozesse, die entweder das Gehirn direkt (primär) oder indirekt (sekundär) betreffen, ausgelöst. Ursachen für primäre OPs sind z.B. Hirnerkrankung, SHT, Tumor oder neurodegenerative Prozesse. Ursachen für sekundäre OPs sind z.B. Substanzmissbrauch oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus. Bei chronischen organischen Psychosen bleibt die Symptomatik bestehen, da die Ursachen nicht behoben werden können oder die Schädigung des Gehirns durch die Erkrankung schon zu weit fortgeschritten ist.

B. Eine chronische organische Persönlichkeitsveränderung ist eine dauerhafte und auffällige Veränderung der Persönlichkeit aufgrund einer Schädigung des Gehirns.

C. Psychosen werden nach ihrer Verursachung in exogene und endogene Form unterschieden. Zu den exogenen Psychosen zählen die organischen Psychosen. Hier ist das Delir einzuordnen. Zu den endogenen Psychosen zählen die Psychosen aus dem schizophrenen und affektiven Formenkreis. Das Delir ist jedoch weder chronisch noch irreversibel.

D. Das Delir wird häufig als Synonym für die akute exogene Psychose verwendet. Neben vegetativen Symptomen treten Störungen des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Affektivität, Motorik und des Schlaf-Wach-Rhythmus auf. Ein Delir ist grundsätzlich  reversibel, d.h. umkehrbar. In den meisten Fällen bildet es sich innerhalb von 4 Wochen, meist jedoch binnen kürzerer Zeit, zurück. Die Ursachen sind entweder organisch (F0) oder substanzbedingt (F1).

E. Die meisten akuten organischen Psychosen (Delir, Dämmerzustand, amentielles Syndrom) sind reversibel. Es handelt sich um ein einheitliches Zustandsbild mit unterschiedlicher Genese, Dauer und Schweregrad. Es kann es aber z.B. im Rahmen chronischer Lebererkrankungen oder bei Karzinomen zu einem länger anhaltenden fluktuierenden Verlauf kommen.

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